Pflanzenblog - Juni 2021

Sommerpflege deiner Zimmerpflanze: welche Pflanzen jetzt raus dürfen und wie du sie fit durch die Hitze bringst

Palmwedel von unten fotographiert, darüber blauer Himmel und weisse Wolken

(C: Peter Fogden)

Die Eisheiligen sind vorbei, die Regenwolken vorübergezogen und vom Himmel lächelt dich ein wunderbarer, tödlich heisser Feuerball an. ☀️

Wir als verantwortungsbewusste Pflanzenmamas und Pflanzenpapas überlegen uns jetzt natürlich: Was tun für ein spassiges Sommererlebnis?

Welche Pflanzen dürfen den Sommer im Freien verbringen? Und wie bringst du ihnen das schonend bei, damit sie nicht alsbald über einen Sonnenbrand meckern?

Wir haben Antworten. Für dich und deine grüne Crew.

Sommerpflege für deine Zimmerpflanze: Pflanzen im Sommer giessen, düngen, umtopfen und schneiden

Braucht es im Sommer eine besondere Pflege deiner Zimmerpflanze? Worauf musst du achten? Keine Angst, die Sommerpflege deiner Pflanzen ist alles andere als kompliziert.

Wir zeigen dir hier die 5 wichtigsten Punkte, was die Pflege angeht.

Übrigens findest du genauere und pflanzenspezifische Informationen immer auch im Pflanzenlexikon von feey.

Sommer-Tipp 1: deine Zimmerpflanze richtig giessen

Ein erfrischtes «Aahhh», gefolgt von einem belebenden Schluck Wasser, entspringt so manchem Rachen bei hitzigen Temperaturen.

Verstohlene Blicke und gespitzte Pflanzenöhrchen richten sich lechzend diesen erquickenden Geräuschen zu. 👀

Ja, auch sie sehnen sich nach kühlen Tropfen. Nach einem «Aahhh» und einem kitzelnden Kribbeln in den Wurzeln.

Spann deine Zimmerpflanzen nicht länger auf die Folter und gib ihren Bedürfnissen nach.

Taste vorher aber mit den Fingern 2-3cm tief die Erde deiner durstigen Freundinnen ab. Erst wenn die Erde trocken ist und dir vom Finger bröselt, gibst du ihnen einen Schluck Wasser. 💦

Wir können dir übrigens auch einige Zimmerpflanzen empfehlen, die sogar im Sommer nicht so schnell ins Schwitzen kommen. Dazu schaust du am besten mal im Blog über Pflanzen, die wenig Wasser brauchen, nach. 🌵

💧 Prinzipiell gilt: Im Sommer brauchen deine Zimmerpflanzen häufiger Wasser. Giesse sie nach dem Fingertest oder verpass ihnen ein Wasserbad und kontrolliere die Erde etwas häufiger als während der kühleren Tage. Erst wenn diese nicht mehr am Finger kleben bleibt, darfst du wieder wässern.

💧 Falls dir das nicht ausreicht, findest du im Giessblog noch weitere Tipps rund um Wasser, zum Beispiel, wie du Staunässe vermeidest.

Pflanze in weissem Topf in der Zimmerecke wird gegossen

Giessen solltest du jeweils nach dem Fingertest. (C: The Creative Exchange)

Sommer-Tipp 2: deine Zimmerpflanze richtig düngen

Die Rechnung ist einfach:

  • ☀️☀️☀️+💧💧💧= viel Photosynthese
  • viel Photosynthese = viel Wachstum
  • viel Wachstum = viel Hunger

Die Lösung ist genauso einfach: viel Hunger = mehr Dünger

Damit es deiner Pflanze aber nicht gleich schlecht wird vor lauter Dünger – denn ja, auch sowas gibt es 🤢 – hier noch das Wichtigste.

🍌 Düngepellet vor Flüssigdünger: Die Düngepellets steckst du einfach in die Erde deiner Pflanze. Bei jedem Giessen geben sie einen Teil der Nährstoffe ab. Das hat zwei Vorteile: 1. Du überdüngst deine Zimmerpflanze nicht. 2. Du musst viel seltener ans Düngen denken. In der Regel reicht es, während der warmen Jahreszeiten alle drei Monate ein bis drei Pellets abzugeben.

🍌 Im Notfall der Flüssigdünger: Bei akutem Nährstoffmangel ist es durchaus sinnvoll, deiner Pflanze einen Extrashot an Energie zu bieten. Dann macht eine Flüssigdünger-Abgabe übers Giesswasser Sinn. Danach kannst du mit den Pellets einem erneuten Mangel vorbeugen. Aber Achtung: Gibst du Flüssigdünger, darf die Erde nicht staubtrocken sein!

Natürlich reckt dein mathematisches Superhirn jetzt seinen Zeigefinger in die Luft und hat noch ein paar Fragen. 🤓

Wollen alle Zimmerpflanzen nur alle drei Monaten ein Düngepellet? 

Häufig ja. Allerdings kannst du über das Pflanzenlexikon rausfinden, ob deine Zimmerpflanze ein Vielfrass oder eine Fastenmeisterin ist. 🍽

Woran erkennst du einen Nährstoffmangel?

Das zeigt dir deine Pflanze auf viele Arten. Ein verlangsamtes Wachstum, gelb-orange Flecken oder gelb verfärbte Blätter, ein verformter Wuchs oder braune Blattränder sind typisch.

Dazu findest du im Erste-Hilfe-Blog noch mehr Informationen

Allerdings müssen wir auch ehrlich sagen, dass die Überdüngung das häufigere Problem ist und sich ähnlich präsentiert.

🍌 Noch mehr Tipps zum Düngen findest du im Dünge-Blog.

Sommer-Tipp 3: deine Zimmerpflanze umtopfen

Man munkelt ja, dass die beste Zeit zum Umtopfen der Frühling sei.

Allerdings kann es sein, dass deine Zimmerpflanze dann vielleicht noch gar nicht umziehen wollte. 🏡

Oder vielleicht ist der Frühling auch viel zu schnell an dir vorbeigezogen?

Was auch immer deine Umtopftaktik beeinflusst hat, du kannst deine Zimmerpflanzen auch getrost noch im Sommer umtopfen.

Sie wird auch jetzt noch genug Energie haben, um ihre Wurzeln im neuen Zuhause zu festigen. 💪🏿

🧺 Auf die Grösse kommt es an: Achte darauf, dass der neue Topf nur wenig grösser ist als der alte. Er sollte im Durchmesser ca. 2-3cm weiter sein.

🧺 Auf die Erde kommt es auch an: Billige Erde laugt schneller aus und verschlämmt (= sie speichert keine Luft und kein Wasser mehr), weshalb du häufiger umtopfen und mehr düngen musst. Unterm Strich rechnet es sich deshalb, eine qualitativ hochwertige Erde zu wählen, am besten ohne Torf. So können sich die Nährstoffe besser verteilen, ohne dass gleich ihr pH-Wert kippt.

🧺 Natürlich haben wir dir auch alles Wichtige zum Thema Umtopfen in einen Blog gepackt.👩🏼‍🌾

Sommer-Tipp 4: deine Zimmerpflanze zurückschneiden

Lass uns raten: Auch beim Schneiden hast du schon gehört, das gehöre zur Frühlingspflege.

Grundsätzlich gilt aber: Solange es genug warm ist und genug Licht für die Photosynthese da ist, darfst du an deiner Pflanze rumschnippeln.

Dann kann sie sich nämlich schnell regenerieren und sich von deinen chirurgischen Interventionen erholen. 🧑🏾‍⚕️

Ob du nun für ein kompakteres Wachstum, zum Vermehren oder wegen brauner oder gelber Blätter zur Schere greifst: Ein paar Punkte bleiben in jedem Fall die gleichen.

✂️ Hygienekonzept für Grünes: Vor dem Schnitt solltest du deine Schere, dein Messer oder deine Gartenschere desinfizieren. So gelangen keine Viren und Bakterien an die Wunde deiner Zimmerpflanze und sie bleibt gesund.

✂️ Weniger ist manchmal mehr: Dieses Credo gilt beispielsweise für Kakteen, die auf grössere Eingriffe sensibel reagieren. Allgemein solltest du nicht mehr als 20 % der gesamten Pflanze abhauen, da sie sich von einer solchen Amputation schlecht erholt. 🦿

✂️ Falls du genauer wissen willst, wie und wo du deine Machete ansetzt, kannst du das auch auf unserem Schneideblog genauer ansehen. ⚔️

Umzug ins Freie: welche Pflanzen im Sommer nach draussen dürfen und wie du sie daran gewöhnst

Alte Steinfassaden mit einem Steinbalkon, der intensiv mit unterschiedlich hohen Pflanzen begrünt ist

(C: Annie Spratt)

Nicht nur du geniesst zur warmen Jahreszeit gerne mal die feine Sommerbrise. Die eine oder andere deiner grünen Mitbewohnerinnen hält ihre Blätter gern in die Sonne oder zumindest mal in die frische Luft. 🏖

Welche deiner Pflanzen du ausquartieren darfst, wo du sie am besten platzierst und wie du sie an die Freiheit gewöhnst, erfährst du hier.

Welche Pflanzen im Sommer ins Freie dürfen

Theoretisch können jetzt ganz viele deiner Zimmerpflanzen nach draussen. Allerdings haben nicht alle die gleichen Ansprüche.

Die einen mögen's sonnig, die andern lieber halbschattig.

Um da den den Überblick zu behalten, haben wir zwei Teams gebildet: Team «Viva el sol» und Team «Amica dell'ombra».👬🏽👭🏽


Team «Viva el sol»👬🏾

Viva el sol sind ein buntes Grüppchen aus sukkulenten und baumartigen Zimmerpflanzen: zäh und robust.

So leicht können sie keine Strahlen bezwingen. Du darfst nach kurzer Eingewöhnungsphase also ruhig mal der Sonne den grünen Finger zeigen.🏜

Falls dir allerdings dennoch braune Spitzen an deinen Pflanzen auffallen, quartierst du sie nochmals ins Schattige um. Es könnte sich allenfalls um einen Sonnenbrand handeln.

Und hier die Camper der Sonne:

Team «Amica dell'ombra»👭🏻

Mit diesem Trüppchen aus lauter Schönheiten und eleganten Schattentänzerinnen ist sogar die dunkle Ecke auf dem Balkon gleich weniger trist.

Sie belächeln die Sonnenkrieger lieber aus der Ferne – denn sie wissen: Man muss weder ins Schwitzen kommen noch in der Sonne brutzeln, um den Sommer in seiner ganzen Pracht zu geniessen.⛱

Und hier das blendende Sonnenteam:

Wie du deine Pflanze an ihren neuen Sommer-Standort im Freien gewöhnst

Sind erstmal die Eisheiligen vorbei und die Temperaturen bleiben stabil, dürfen die ersten Zimmerpflanzen umziehen.

Dazu muss allerdings die Aussentemperatur deiner Freiluftgängerin behagen

Wenn du dir nicht sicher bist, ab wie viel Grad sie sich draussen wohl fühlt, kannst du das im Pflanzenlexikon nachlesen.

Sind die Nächte frostfrei und die Tage (in der Regel) 15°C, darfst du mit dem Angewöhnen beginnen. Je nachdem, wie jung und sonnenunerfahren deine Pflanzen sind, brauchen sie mehr oder weniger Zwischenschritte und längere oder kürzere Zeiten im Schatten.

Hast du einen Outdoor-Neuling als Pflanze, gehst du folgendermassen vor:

  • Stell deine Zimmerpflanze zunächst am Morgen oder Abend für ein paar Stunden an ein halbschattiges Plätzchen. Vor der starken Mittagssonne solltest du sie schützen.
  • Nach einer Woche darfst du deine Pflanze dann auch ganztags und -nachts an ihrem Plätzchen lassen. Lass die direkte Mittagssonne allerdings noch nicht bis zu ihr ran.
  • Nach weiteren ein bis zwei Wochen darf deine Pflanze an einen Sonnenplatz ziehen – wenn sie denn zum Team «Viva el sol» gehört. Beginne auch dort mit ein paar Stunden am Morgen oder Abend und stell sie die restliche Zeit an den schattigen Platz, an den sie sich gewöhnt hat.
  • Verträgt sie die Sonne gut, kannst du deine Zimmerpflanze nach weiteren zwei Wochen definitiv an ihrem Sonnenplatz stehen lassen.

Ist deine Zimmerpflanze aus vorherigen Jahren bereits bestens mit der Sonne bekannt, kannst du gleich bei Schritt Nr. 2 beginnen und dann zum Schritt Nr. 4 springen.

Ist alles geschafft, kannst du mit deiner Pflanze in der Sonne brutzeln. Denk aber dran, dass auch du dich vorher an die Sonne gewöhnen musst. Schmier dich – nicht aber deine Grünlinge – mit Sonnencreme ein. ❤️

☀️ Bilden sich an den Blattspitzen braune Flecken, handelt es sich wahrscheinlich um einen Sonnenbrand. Stell deine Pflanze einfach etwas schattiger.

☀️ Will die Eingewöhnung partout nicht klappen, hilft dir unser Pflanzendoktor Janko weiter. Du erreichst ihn bequem übers Kontaktformular.

Balkon in einer Gasse mit Steinhäusern an einem Ort mit warmem Klima, darauf Tontöpfe und Pflanzen

(C: Antonino Cicero)

Alles klar bei dir? Wenn ja eröffnen wir damit offiziell die Zimmerpflanzen-Sommersaison.

Andernfalls kannst du dir in unserem Erste-Hilfe-Blog Rat und bei Pflanzendoktor Janko Tat suchen.

Falls du vorhast, in die Ferien zu fahren, und noch nicht weisst, wie du das mit dem Giessen machen sollst: In unserem Blog haben wir ein paar tolle Tipps für dich gesammelt. 

Silke

Hat in die Tasten gehauen:

Silke

aus dem Content-Team von feey

MEIN GRÜNER DAUMEN

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