Pflanzenblog - Februar 2021

Pflanzen und Licht: Der Standort ist die halbe Miete

Lichtbereiche: Direktes Licht heisst in unmittelbarer Nähe von Fenstern, indirektes Licht an deren Rand, Schatten in Räumen oder Ecken ohne Fenster
  • Wieso Pflanzen Licht brauchen
  • Welche Pflanze wie viel Licht benötigt
  • Künstliches Licht: was funktioniert
  • Zeichen für zu viel oder zu wenig Licht
  • Was beachten beim Standortwechsel

Wenn Pflanzen nur reden könnten. Willst du direkt ans Fenster und rausschauen? Auf den Balkon? Ins Badezimmer? Stören dich die Küchendämpfe?

Wenn eine Pflanze neu bei dir einzieht, hast du die einmalige Chance, den Grundstein für euer Glück zu legen. Dabei ist der Standort von grosser Bedeutung: Ist deine neue grüne Mitbewohnerin damit happy, wächst sie dir sprichwörtlich in den zweiten Stock.

Drei einfache Grundregeln für jeden guten Pflanzenstandort:

  • Nicht zu nah an der Heizung (hier ist die Luft sehr trocken und zu warm)
  • Keine Zugluft (d. h. nicht bei einem oft geöffneten Fenster)
  • Licht, das zu den Bedürfnissen deiner Pflanze passt
Standort: nicht an der Heizung


We get it, we get it, Ästhetik ist dir wichtig. Nicht jede Pflanze sieht an jedem Fleck deiner Wohnung gleich gut aus. Mit unserem praktischen Pflanzenfinder findest du die passende Pflanze für deine Lichtverhältnisse. Unsere AR-Pflanzen kannst du sogar schon vor dem Kauf virtuell in deiner Wohnung platzieren und den schönsten Standort für sie finden. So ist nicht nur deine Pflanze glücklich, sondern du hast auch ein schönes Raumbild.

Grundsätzlich sollten jedoch die Bedürfnisse deiner Pflanze an erster Stelle stehen.


Wieso brauchen Pflanzen Licht?

Pflanzen brauchen Licht wie wir Sauerstoff zum Atmen. Okay, Sauerstoff zum Atmen brauchen sie auch.

Ohne Licht können Pflanzen keine Photosynthese durchführen und damit keine Energie produzieren. Photosynthese kannst du dir wie die menschliche Verdauung vorstellen. Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid, das wir netterweise ausatmen, «essen» die Pflanzen auf und verwandeln sie in Glukose und Sauerstoff.

Glukose, ein Zucker, ist pure Energie für ihr Wachstum. Den Sauerstoff geben sie wieder in die Luft ab – was für uns Menschen zu einem guten Raumklima beiträgt.

Dass Pflanzen Licht brauchen, leuchtet also ein💡.

Dass alle Pflanzen ganz viel Licht brauchen, stimmt aber nicht – im Gegenteil:


Welche Pflanze braucht wie viel Licht? Drei Lichttypen

Zimmerpflanzen haben einen ganz unterschiedlichen Lichtbedarf.

Es gibt aber drei Lichttypen, an denen du dich orientieren kannst:


Pflanzen für direktes Licht (viel Sonne)

Kaktus an voller Sonne

Hitze? Kennt diese Pflanze nicht. Sie will das Gesicht der Sonne zuwenden und von den Schattenseiten der Welt nichts wissen.

Zu diesem Typ Pflanze gehört der Kaktus. Macht Sinn, oder? Schliesslich steht der Kaktus in freier Wildbahn vor allem in der Wüste, wo er selbst der einzige Schattenspender ist. Auch Sukkulenten wie die Aloe Vera oder der Geldbaum halten normalerweise ein gehöriges Mass an Sonne aus.

Kakteen und Sukkulenten gedeihen richtig schön, wenn sie an einem Fenster stehen, das Richtung Süden zeigt. Auch im Sommer stört sie pralle, direkte Sonne nicht. Vergiss aber nicht, sie ab und zu genügend zu wässern.

Auch solltest du Pflanzen wie die Aloe Vera nach dem Kauf an das helle Licht gewöhnen. In unserem feey-Karton oder im Gartencenter ist es in der Regel dunkel – einen Lichtschock wollen wir nicht! Stelle deine neue Pflanze zunächst an einen eher halbschattigen Platz und rücke sie schrittweise ins direkte Sonnenlicht.


Pflanzen für indirektes Licht (wenig Sonne)

Pflanze in indirektem Licht, ein paar Schritte vom Fenster entfernt

Die Chance, dass du eine Pflanze dieses Typs erwischt hast, ist relativ gross. Die meisten Zimmerpflanzen gehören dazu. Sie möchten es hell haben, sind aber kein Fan von direkter Sonne – akute Sonnenbrand-Gefahr!

Indirektes Licht ist es, was diese Pflanzen brauchen. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Schatten.

Wie stellst du das sicher? Ganz einfach. Ein Fenster, das nach Westen oder Osten zeigt, beschert deinen Zimmerpflanzen Morgen- oder Abendsonne. Gleichzeitig besteht keine Gefahr von Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung am Mittag.

Zu diesem Lichttyp gehören beispielsweise die Efeutute, die Ufopflanze, die Monstera oder die Geigenfeige.

Idealerweise platzierst du deine Pflanzen 1-2m vom Fenster entfernt, wo sie sorgenlos vom Licht profitieren können. Im Winter kannst du sie etwas näher in Richtung Fenster rücken.


Pflanzen für wenig Licht (noch weniger Sonne)

Pflanze in wenig Licht, vor einem Fenster mit halb geschlossenen Storen

Sonne ist eher nicht so ihr Ding. Auch diese Pflanzen brauchen Licht (Stichwort: Photosynthese) – aber eben nicht so viel.

Damen der Dunkelheit sind zum Beispiel die Glücksfeder und die Schwiegermutterzunge. Sie sind sehr anpassungsfähig und fühlen sich auch im kühlen Schatten wohl. Trotzdem kannst du auch diese Pflanzen im Winter etwas näher zum Fenster rücken.

Im Übrigen haben wir dir einen Blogpost zu den idealen Pflanzen für wenig Licht verfasst.


Pflanzen ganz ohne Licht

Trockenblumenstrauss

Sie sind selten, aber es gibt sie – Pflanzen, die gar kein Licht brauchen. Selbst in der totalen Finsternis brauchen sie keine Taschenlampe.🔦

Die Rede ist von unseren Trockenpflanzen. Sie kannst du auch in die allerdunkelsten Ecken deines Zuhauses stellen. Egal ob in deinem fensterlosen Hobbyraum oder im selten besuchten Estrich – Trockenpflanzen machen es sich überall gemütlich. In unserem Blogpost findest du mehr Infos dazu, wie du Trockenblumen stylen kannst.


Nun weisst du, welche Lichttypen es gibt. Falls du dir unsicher bist, wie viel Licht deine Pflanze braucht, kannst du dies auf deinem Pflanzenspickzettel (bei jeder Pflanze bei uns im Shop) oder in unserem Pflanzenlexikon nachlesen.


Künstliches Licht: Was für Licht brauchen Pflanzen?

Grafik einer Korbmarante unter künstlichem Licht

In der Natur haben Pflanzen ausschliesslich Sonnenlicht zur Verfügung. Dieses eignet sich am allerbesten, um deine grünen Freunde wachsen zu lassen. An Sommertagen herrscht draussen Licht von bis zu 100'000 Lux, an einem bedeckten Wintertag jedoch nur knapp 3'500 Lux. In der Wohnung sinkt diese Zahl im Winter auf etwa 2'000 Lux. Dabei können mit jedem Meter Entfernung von einem Fenster 1'000 Lux abgezogen werden.

Zimmerpflanzen benötigen mindestens ca. 1'000 Lux zum Wachsen. Du siehst – im Winter sieht es in schattigen Ecken sprichwörtlich düster aus für deine Pflanzen.

In dunklen Tagen kann sich künstliches Licht anbieten. Dazu gibt es spezielle Pflanzenlampen («Grow Lights»). Pflanzen benötigen einen Wellenlängenbereich von ca. 380-750nm. Das Lichtspektrum (Farben) der Lampen sollte möglichst ausgeglichen sein. Falls du kein Fan von technischen Spezifikationen bist: Unsere Grow Lights erfüllen beide Kriterien.💡

«Pflanzenlampen können deinem grünen Freund über den Winter helfen.»

Du kannst einfach deine normalen Glühbirnen im Winter durch diese LED-Birnen ersetzen.
 
Mithilfe einer Zeitschaltuhr kannst du ausserdem einen Tag-Nacht-Zyklus simulieren. Die Lampen schalten sich dann selbstständig ein und aus. Gewisse Leuchten schaffen es sogar, einen langsamen Sonnenaufgang bzw. -untergang nachzuahmen.

Pflanzenlampen können deinem grünen Freund über den Winter helfen.

Aber so toll sie sind, haben Grow Lights doch auch Nachteile. Du müsstest sie zur genügenden Lichtversorgung bis zu 14 Stunden am Tag eingeschaltet haben. Die modernen LED-Growlights erhöhen deinen Stromverbrauch dadurch nicht wesentlich. Ältere und weniger energieeffiziente Modelle sind aber kostspielig und nicht sehr ökologisch. Auch dürfen die Zimmerpflanzen bei vielen Modellen maximal einen Meter von der LED-Lampe entfernt stehen. Du musst also einige Extra-Lampen anschaffen, wenn du verschiedene Pflanzen beleuchten willst.

Normale Tageslichtlampen anstelle von Grow Lights empfehlen wir dir eher nicht. Diese wurden nämlich nicht explizit für die Pflanzenbeleuchtung konzipiert, weshalb sie am Ziel vorbeischiessen können. Schädlich für deine Pflanzen ist dies nicht – aber auch nicht hilfreich. Da wir Menschen durch dieses Licht jedoch die unschönen Winter-Downs vermeiden können, sind sie allemal einen Versuch wert. 

Eine Vielzahl grüner pflanzen in weissen und grauen Töpfen unter nackten Glühbirnen


👉 Wir sind ehrlich mit dir: Eine Pflanzenlampe brauchst du nicht zwingend.

Wenn deine Pflanze im Winter weniger Licht abbekommt, wächst sie nicht mehr. Das ist aber nicht dramatisch. Im Gegenteil: Manche Pflanzen mögen es, im Winter eine kleine Pause einzulegen und sich (quasi) faul auf Sofa zu fläzen. Im Sommer werden sie wieder neue Blätter bilden. Wenn du starke Anzeichen von Lichtmangel (nächster Punkt😉) siehst, kannst den Standort deiner Pflanze wechseln (übernächster Punkt😉).

Falls deine Pflanze dauerhaft an einem dunklen Ort steht, empfehlen wir dir ein Pflanzenlicht auf jeden Fall. Auch bei empfindlichen Pflanzen-Raritäten wie der Monstera variegata bist du mit einer Pflanzenlampe gut beraten

Unsere Grow Lights von Soltech wurden spezifisch fürs Pflanzenwachstum entwickelt. Das Licht hat die optimale Wellenlänge für Photosynthese und hilft deinen Pflanzen in jeder Jahreszeit. Deine Raritäten (aber auch sonstige Lieblinge) fühlen sich mit ihnen pudelwohl.

Eine Geigenfeige beleuchtet von einer Pflanzenlampe
Eine Geigenfeige beleuchtet von einer Pflanzenlampe
Eine schwarze und eine weisse Pflanzenlampe
Eine schwarze Pflanzenlampe
Eine weisse Pflanzenlampe
Eine schwarze Pflanzenlampe vor einer Efeutute Marble Queen
Eine weisse Pflanzenlampe vor einer Efeutute Marble Queen
Details einer weisse Pflanzenlampe
Details einer schwarze Pflanzenlampe
Details einer schwarze Pflanzenlampe
Eine Geigenfeige beleuchtet von einer Pflanzenlampe
Eine Geigenfeige beleuchtet von einer Pflanzenlampe

Pflanzenlampe

CHF 85.00
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Hol deinen Mantel und den Hut hervor – jetzt wird Detektiv gespielt!🕵️ Durch genaues Beobachten deiner Pflanze kannst du sehen, ob sie genügend Licht hat:


Was passiert, wenn Pflanzen zu viel oder zu wenig Licht bekommen?

Wenn du deine Pflanze schon platziert hast, zeigt sie dir an, ob sie mit ihrem Standort happy ist oder nicht. Achte auf die Anzeichen für…

… zu wenig Licht

  • Die Pflanze kriegt verblasste Blätter.
  • Blätter werden abgeworfen.
  • Die Pflanze wächst stark einseitig und scheint sich in Richtung des Lichts zu strecken.
  • Pflanzen mit gemusterten Blättern werden durchgehend grün (zum Beispiel verschwinden die weissen Stellen der Efeutute «Marble Queen»).
  • Die Pflanze wächst im Frühling/Sommer kaum bzw. sehr schwächlich.
  • Neue Blätter sind ungewöhnlich klein.
  • Die typischen Blattstrukturen fehlen bei neuen Blättern (etwa die Schlitze bei der Monstera)
Anzeichen für zu wenig Licht: einseitiges Wachstum, verblasste Blätter, kleine neue Blätter


… zu viel Licht

  • verdorrte Blätter oder solche, die richtiggehend verbrannt aussehen 
  • stark ausgebleichte Stellen an den Blättern, die das meiste Licht abbekommen
  • verblasste oder sonst verfärbte Blätter
  • braune Blätter oder Spitzen
Anzeichen für zu viel Licht: braune Spitzen, einseitige Verbrennungen, dürre und bräunliche Blätter


Du hast du deine Pflanze schon einige Zeit bei dir und möchtest ihren Standort wechseln? Folgende Punkte solltest du beachten:


Standortwechsel

Grundsätzlich gilt: Einmal gepflanzt, bleib dabei. Sofern deine Pflanze nicht deutlich zu viel oder zu wenig Licht hat, solltest du ihren Standort nicht wechseln. Sonst kann es sein, dass die Pflanze in einen «Schock» verfällt und krank wird. Im Winter ist es manchmal aber sinnvoll, sie etwas näher ans Fenster und damit ans Licht zu rücken.

Wenn du eine Pflanze des Lichttyps 1 (Sonnenliebhaber) in die pralle Sonne stellen willst, musst du sie zunächst daran gewöhnen (siehe weiter oben😉).

Wenn du deine Pflanze hingegen von einem schattigen an einen Platz mit indirektem Licht versetzt, ist keine Angewöhnung nötig.

Du kannst dir das so vorstellen: Wenn du mit dem Auto aus dem Tunnel kommst, blendet dich das Licht meistens nicht. Wieso? Weil die Lampen am Ausgang des Tunnels stückweise heller werden und deine Augen so entlasten. Genau gleich funktioniert das bei den Pflanzen. Werden sie langsam an helles Licht gewöhnt, sind sie deutlich weniger lichtsensibel und erleiden seltener einen Sonnenbrand. Aufgepasst: Diese langsame Angewöhnung solltest du auch gleich nach dem Kauf durchführen. Schliesslich ist auch das ein Standortwechsel.

Falls du bei deiner Pflanze Anzeichen für zu wenig Licht entdeckt hast, solltest du sie nicht gleich in die Sonne stellen – auch nicht nur für ein paar Stunden! Dies schadet deiner Pflanze und kann zu einem Sonnenbrand führen.



Tipp: Idealerweise stellst du grosse Pflanzen nicht direkt ans Fenster, wenn hinter ihnen noch andere Lichtliebhaber*innen stehen. Für diese bleibt dann nämlich nicht mehr viel übrig.


Der richtige Standort ist die Basis für gutes Wachstum.

Auch Luftfeuchtigkeit und richtiges Giessen sind wichtig fürs Pflanzenwachstum und wesentlich dafür verantwortlich, dass sich deine Pflanze wohlfühlt.

Also: Rücke deine Pflanze ins richtige Licht!

Du bist der Meinung, du hast alles richtig gemacht und kommst nicht drauf, warum deiner Pflanze ihr Plätzchen nicht gefällt? Falls du ein dringendes Problem vermutest, kannst du jederzeit unseren Pflanzendoktor kontaktieren:

pflanzendoktor@feey.ch | Whatsapp: 076 700 44 23,

oder in unserem Blogpost zur Ersten Hilfe nach der richtigen Behandlung für die Blessuren deiner Pflanze suchen.

Jil Claire

Hat in die Tasten gehauen:

Jil Claire

aus dem Content-Team von feey

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