eingesprĂŒhte Pflanzen, zum Beispiel eine Monstera

Temperatur & Luftfeuchtigkeit – So erreichst du ein optimales Raumklima fĂŒr deine Zimmerpflanzen

eingesprĂŒhte Pflanzen, zum Beispiel eine Monstera

Die meisten Pflanzen leiden an derselben «Krankheit» wie viele ihrer menschlichen GefÀhrten: Sie möchten gerade lieber in der WÀrme am Strand sein als in ihrer Wohnung in der Schweiz.

Viele Zimmerpflanzen kommen eigentlich aus tropischen oder subtropischen Gebieten und sind sich darum lange, heisse Tage gewöhnt. Auch herrscht in diesen Regionen eine Luftfeuchtigkeit, die uns konstant Schweissperlen auf die Stirn treiben wĂŒrde.

Hier, in der schönen Schweiz, haben sie mit ganz anderen Problemen zu kÀmpfen: KÀlte und wenig Sonnenlicht im Winter, trockene Heizungsluft, tiefe Luftfeuchtigkeit.

Wir zeigen dir, wie du die ideale Temperatur fĂŒr deine Zimmerpflanzen erreichst und wie du die Luftfeuchtigkeit erhöhen kannst - schaffe ein ideales Raumklima in deiner grĂŒnen Oase!

 

Kuschelige Temperaturen in deiner Wohnung: ideal fĂŒr Zimmerpflanzen

In unseren warmen Wohnungen ist es fĂŒr viele Pflanzen angenehm. 18-24°C finden sie super. Durch geschlossene RĂ€ume bleibt diese Temperatur in der Regel konstant und die Pflanzen mĂŒssen sich nicht stĂ€ndig neu anpassen.

Gewisse Pflanzen mögen es ein wenig kĂŒhler. Dazu gehört beispielsweise der Drachenbaum. Diesen Zimmerpflanzen wirst du meist schon gerecht, wenn du sie in die NĂ€he eines (dichten) Fensters stellst oder, im Winter, in einen weniger stark geheizten Raum.

Den meisten wĂ€rmeliebenden Pflanzen gefĂ€llt es, wenn es in der Nacht deutlich kĂŒhler wird als am Tag. Das können tiefe Temperaturen von 3-5°C sein. Um die Temperaturen in der Nacht zu senken, solltest du aber nicht das Fenster aufreissen. Zugluft mögen Pflanzen gar nicht.

Allerdings kannst du die Heizung ĂŒber Nacht runterdrehen. Das ist nicht nur gut fĂŒr deine Pflanzen, sondern auch fĂŒr deinen Schlaf – und die Energiekosten.😊

Generell ist es fĂŒr Zimmerpflanzen aber schlimmer, wenn es ĂŒber lĂ€ngere Zeit zu kalt ist als zu warm. Sie wachsen dann nicht mehr gut.

Ein richtiges Problem bekommen sie, wenn sie zu viel gewĂ€ssert werden – sie können das Wasser dann nicht richtig aufnehmen, es verdunstet nicht, es entsteht StaunĂ€sse – wir kennen die Leier. Das wollen wir nicht!

Auch mögen Pflanzen es nicht, wenn sie im Winter zu nahe an einer Heizung stehen, ebensowenig wie schnelle und drastische Temperaturunterschiede. Entferne die Pflanzen beim LĂŒften also lieber vom Fenstersims.

In unserem Blogpost zum Pflanzenkauf geben wir dir ĂŒbrigens Tipps mit auf den Weg, falls du deine Pflanze im Winter transportieren musst.

Pflanze nicht neben die Heizung stellen!

So merkst du, dass die Temperatur fĂŒr deine Pflanzen nicht stimmt

  • Untere BlĂ€tter fallen ab, BlĂ€tter verwittern und ihre Enden werden braun đŸ‘‰đŸŒ zu warm
  • Gelbe & abfallende BlĂ€tter đŸ‘‰đŸŒ vielleicht ein Temperaturschock?
  • BlĂŒten sterben schnell đŸ‘‰đŸŒ zu warm
  • Die Pflanze wĂ€chst kaum đŸ‘‰đŸŒ zu kalt

Neben der richtigen Temperatur benötigen unsere Pflanzen aber auch die richtige Luftfeuchtigkeit. Die liegt meistens etwas ĂŒber dem normalen Level in unseren Wohnungen.

 

Wieso benötigen Pflanzen eine hohe Luftfeuchtigkeit?

Pflanzen speichern viel Wasser in ihren BlĂ€ttern. An diesen BlĂ€ttern haben sie Poren, die sich bei der Photosynthese öffnen. Dabei gibt die Pflanze Feuchtigkeit ab und Wasser verdunstet. Dies ist gesund fĂŒr uns Menschen, da es das Raumklima in unseren vier WĂ€nden verbessert.

Aber: Je trockener die Luft, desto mehr Feuchtigkeit verlieren Pflanzen ĂŒber die BlĂ€tter. Besonders im Winter kann trockene Heizungsluft deinen Pflanzen zusetzen. Mehr zu giessen löst das Problem leider nicht, da es primĂ€r den Wurzeln dient. Im Gegenteil: Giesst du zu viel, kann StaunĂ€sse entstehen. (Wir haben gelernt: Nein! Das wollen wir nicht!)

Wie du siehst, dass die Luftfeuchtigkeit fĂŒr deine Pflanzen zu niedrig ist? Ganz einfach:

 

Wie bemerke ich, dass die Luftfeuchtigkeit fĂŒr meine Pflanzen zu tief ist?

Deine Zimmerpflanzen lassen dich rasch wissen, wenn es ihnen zu trocken ist.

Erste Anzeichen fĂŒr zu trockene Raumluft sind braune Spitzen an den BlĂ€ttern. Ein wenig spĂ€ter weitet sich dies aus und ihre BlĂ€tter werden gesamthaft braun und schrumpelig. Wenn du sie berĂŒhrst, fallen sie meist gleich ab.

Besonders gefĂ€hrdet sind Pflanzen mit dĂŒnnen, grossen BlĂ€ttern. In den dĂŒnnen BlĂ€ttern können sie weniger Wasser speichern. Dazu zĂ€hlen beispielsweise die Pfauen-Korbmarante und die meisten anderen Calathea-Arten. Auch Farne, insbesondere Frauenhaarfarne, benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Nestfarn ist kein spezieller Risikokandidat, bevorzugt aber auch eine erhöhte Luftfeuchte.

Ausladende Farnwedel mit Transpiration

Pflanzen mit dicken, ledrigen, haarigen und wÀchsernen BlÀttern sind dagegen meist weniger anfÀllig, auszutrocknen. Dazu zÀhlen die meisten Sukkulenten wie beispielsweise die Aloe Vera, der Geldbaum oder der Mount Everest.

Sind die BlÀtter einmal braun geworden, erholen sie sich leider nicht mehr. Du kannst sie also von deiner Pflanze entfernen. So kann sie ihre Energie an einem anderen Ort einsetzen.

Mit dem Badezimmer haben wir alle einen Raum mit idealer Luftfeuchtigkeit. Im Rest der Wohnung ist es im Winter manchmal trockene 5-10%. Zum Vergleich: 50-60% Luftfeuchtigkeit finden die meisten Pflanzen ideal, sogar unsere WĂŒstenmĂ€use, die Kakteen.

Aber bevor du losrennst und alle deine Pflanzen um die Badewanne gruppierst: Mit ein paar einfachen Tricks machst du es deinen grĂŒnen Freunden auch in der Stube und im Schlafzimmer gemĂŒtlich.

 

SprĂŒhflasche im Einsatz bei Monstera

Die zehn besten Tipps fĂŒr mehr Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung

Hier findest du unsere zehn besten Tipps fĂŒr ein gutes Raumklima fĂŒr dich und deine Pflanzen.

1. WĂ€sche machen

Mach mal wieder eine Ladung WĂ€sche und hĂ€ng sie zum Trocknen in deiner Wohnung auf, wo deine Pflanzen stehen. Das kreiert im Handumdrehen und vorĂŒbergehend ein schönes, feuchtes Klima.

2. Einnebeln

Gib Wasser in eine SprĂŒhflasche und nebel deine Pflanzen ab und zu ein bisschen ein. Vor allem morgens, damit Sonnenlicht die Pflanzen auch beim Verdunsten unterstĂŒtzt. Je nachdem, wie bedĂŒrftig deine Pflanze ist, kann das aber sprichwörtlich ein Tropfen auf dem heissen Stein sein. Du mĂŒsstest sie so oft besprĂŒhen, dass sich andere Tipps hier definitiv mehr lohnen. (Achtung: Nicht alle Pflanzen mögen es, besprĂŒht zu werden! Zu den SprĂŒh-VerĂ€chterinnen zĂ€hlt beispielsweise die Ufopflanze.)

3. Badezeit

Stell deine Pflanzen in die Badewanne/Dusche und brause sie ab. Das reinigt nicht nur die BlĂ€tter & StĂ€ngel, sondern gibt ihr auch einen Extrakick Feuchtigkeit fĂŒr die kommenden Stunden und Tage.

4. Badezimmer

Das Badezimmer ist, wie wir schon gehört haben, generell keine schlechte Idee. Vor allem im Winter kannst du ein paar Pflanzen hier platzieren, auch wenn du sie nicht dauerhaft in diesem Raum haben möchtest.

5. Zwei Töpfe und Moos

Besorg dir einen 3-4cm grösseren Übertopf fĂŒr deine Pflanze und stopf Torfmoos in die ZwischenrĂ€ume (im Fachhandel erhĂ€ltlich). Befeuchte es, und voilĂ : Dein grĂŒner Freund hat ĂŒber mehrere Tage erhöhte Luftfeuchtigkeit. Du musst nur aufpassen, dass das Moos nicht im Wasser steht.

6. Luftbefeuchter

Die Luxus-Variante, die dein Problem ein fĂŒr allemal löst. Bei vielen GerĂ€ten kannst du konstant eine bestimmte Luftfeuchtigkeit einstellen, und sie regulieren ab dann selbstĂ€ndig. Kleinere GerĂ€te sind nicht teuer und lassen sich ideal auf deinem Pflanzenregal oder einer Kommode platzieren.

7. Terrarium

Sie schaffen nicht nur ein schönes Klima fĂŒr kleinere Pflanzen, sondern sehen auch stylisch aus, wie unsere Luftpflanzen beweisen. Du kannst offene oder geschlossene Terrarien bauen. Die geschlossenen entwickeln eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit – fĂŒr manche Pflanzen sogar zu viel.

8. Gruppendruck

Wenn du schon ein paar Pflanzen hast, kannst du sie zusammenstellen. Sie verdunsten Wasser ĂŒber ihre BlĂ€tter und kreieren so ihren eigenen, kleinen Luftfeuchtigkeits-Nebel. Oft ist das aber nicht sehr praktikabel – weil du nicht so viele Pflanzen hast, oder keinen Platz, und/oder aus Ă€sthetischen GrĂŒnden nicht alle Pflanzen am selben Ort in der Wohnung haben möchtest.

9. Plastikkleid

Nicht schön, aber wenn’s sein muss... Um einer besonders bedĂŒrftigen Pflanze ĂŒber den Winter zu helfen, kannst du sie in Plastik einkleiden. Dazu kannst du sie locker mit Plastikfolie umwickeln oder einen Plastiksack ĂŒber sie stĂŒlpen. Das sieht nicht hĂŒbsch aus, ist aber eine effektive Notlösung.

10. Murmelbad

Das Murmelbad ist schnell fabriziert und in der Regel ziemlich effektiv. Nimm eine flache Schale, im Durchmesser etwa doppelt so gross wie dein Pflanzentopf. BefĂŒlle diese mit Murmeln, Steinen oder Kies und bedecke diese nicht ganz mit Wasser. Stelle zum Schluss den Pflanzentopf auf die Murmeln, damit er nicht nass wird. Das Wasser verdunstet langsam und erhöht die Luftfeuchtigkeit ganz lokal um deinen grĂŒnen Mitbewohner. Problematisch an dieser Methode ist, dass du konstant einen stehenden Pool von Wasser in deiner Wohnung hast – das kann SchĂ€dlinge und Krankheiten anziehen. Darum empfehlen wir dir diese Variante nicht ĂŒber lĂ€ngere Zeit.