Pflanzenlexikon

Kannenpflanze

Kannenpflanzen sehen nicht nur lustig aus 🍆, sie machen sich auch sonst sehr gut auf deiner Fensterbank. Besonders gegen nervige Fruchtfliegen im Sommer sind sie eine echte Geheimwaffe. ⚔️

Kannenpflanze mit rot-gelben Kannen in einem weissen Topf auf einem Holztisch
  • Licht & Standort
  • Ideale Luftfeuchtigkeit für die Kannenpflanze
  • Kannenpflanze giessen
  • Kannenpflanze düngen
  • Kannenpflanze füttern
  • Kannen mit Wasser füllen – ja oder nein?
  • Giftigkeit der Kannenpflanze
  • Kannenpflanzen-Arten
  • Wachstum, Grösse & Blüten der Kannenpflanze
  • Krankheiten & Schädlinge der Kannenpflanze 
  • Kannenpflanze überwintern
  • Kannenpflanze umtopfen
  • Kannenpflanze vermehren
Sprechblase

Offizielle Bezeichnung 
Nepenthes

Welt

Herkunft & Verbreitung
Die Kannenpflanze gehört als einzige Gattung zur Familie der Kannenpflanzengewächse (Nepenthaceae). Alle ca. 120 Arten sind fleischfressende Pflanzen. Viele davon sind in Südostasien zu Hause, wenige auch in Ostafrika oder Australien. Besonders bekannt für Nepenthes sind die Inseln Borneo und Sumatra, die eine hohe Artenvielfalt aufweisen. Die meisten Arten sind dort endemisch (kommen also nur in dieser Gegend vor). Durch die Abholzung der Regenwälder sind leider auch sehr viele Kannenpflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Liste

Alternative Namen:
Pitcher Plant (engl.)

Lupe

Fun Fact
Wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem männlichen Geschlechtsteil wird die Kannenpflanze gerne von Schaulustigen gepflückt und zum Posieren für Fotos verwendet. Da die Nepenthes aber vom Aussterben gedroht ist, hat dieses Phänomen in Kambodscha für Aufmerksamkeit gesorgt und es sogar in unseren Breitengraden mit dem Titel «Penispflanze in Gefahr» in die Zeitungen geschafft.

Kannenpflanzen haben ausserdem eine Menge Tricks auf Lager. Sie lassen Wollfledermäuse im Schutz ihrer Kannen übernachten und senken für sie sogar den Stand ihres Verdauungssaftes. Dafür nährt sich die Pflanze von dem hinterlassen Kot der Wollfledermäuse. 💩

Pflege der Kannenpflanze

Kannenpflanzen sind nicht die einfachsten in der Haltung und Pflege, können bei den richtigen Bedingungen aber zu richtigen Hinguckern heranwachsen! Alles, was du dafür wissen musst, erfährst du hier im Abschnitt zur Pflege der Kannenpflanze.

Pitcher Plant mit zwei schönen Kannen nebeneinander

(C: Geoff McKay)

Licht & Standort

Deine Kannenpflanze wünscht sich ganz viel Licht, was für dich heisst: direkt in die Sonne stellen. ☀️ Wenn du zu Hause ein schönes Plätzchen wie beispielsweise eine sonnige Fensterbank findest, ist das der ideale Standort für deine Nepenthes.

⚠️ Auch im Winter kann die Kannenpflanze nicht genug Licht bekommen. Wenn das bei dir zu Hause in den Wintermonaten eher schwierig ist, empfehlen wir dir mit einer zusätzlichen Lichtquelle wie einer Pflanzenlampe nachzuhelfen.

Wir empfehlen dir für deine(n) Kannenpflanze(n-Teller) als idealen Standort die Küchen-Fensterbank. Da kann sie einerseits von direkter Sonneneinstrahlung profitieren, sich andererseits einer höheren Luftfeuchtigkeit erfreuen und zusätzlich Fruchtfliegen in der Küche fangen und fressen. 😋

Beispielsweise kannst du deine Nepenthes mithilfe eines Makramee-Hängers vor deinem sonnigen Fenster im Bad oder der Küche aufhängen.

Im Sommer kannst du gewisse Arten auch auf deinen Balkon stellen. Dabei muss du jedoch darauf achten, dass Tieflandarten konstant eine Temperatur von 20-30 Grad Celsius haben wollen. Da das in unseren Breitengraden in Sommernächten nicht der Fall ist, solltest du nur Hochlandarten in Aussenbereichen halten, da diese gerne kühlere Nächte mögen.

Idealer Standort der Kannenpflanze: hell, auf einer sonnigen Fensterbank

Ideale Luftfeuchtigkeit für die Kannenpflanze

Wie bei den meisten fleischfressenden Pflanzen ist das Gemeine, dass sie nicht nur viel Sonne wollen, sondern auch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Die Kannenpflanze mag es dabei ganz besonders feucht, eine Luftfeuchtigkeit von über 60 % ist gewünscht.

💧 Die Nepenthes mag es daher, regelmässig mit kalkfreiem (Regen-)Wasser besprüht zu werden.

Da diese hohe Luftfeuchtigkeit in der Kultivierung zu Hause häufig schwierig ist, sind die meisten Nepenthes, die du als Zimmerpflanze kaufen kannst, Kreuzungen – sogenannte Hybride. Diese wurden bewusst so gezüchtet, dass sie einfacher in der Pflege sind. Diese Nepenthes können je nach Art auch bei «normaler» Luftfeuchtigkeit überleben, werden aber dafür wahrscheinlich keine neuen Kannen mehr produzieren.

Wenn du deiner Pflanze dennoch einen Gefallen tun und die Luftfeuchtigkeit erhöhen willst, kannst du auch einen grossen Untersetzer oder Teller zu Hilfe nehmen, in welchen du die Pflanze stellst. Den Teller solltest du zuerst mit Blähton oder kleinen Steinen füllen und ungefähr 2cm hoch Wasser in den Teller giessen. Das umliegende Wasser kann dort verdunsten und die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze herum steigern. Wenn du magst, kann du den Teller auch noch mit grösseren Steinen oder anderen fleischfressenden Pflanzen dekorieren.

⚠️ Diese Methode kann bei anderen Zimmerpflanzen Schädlinge begünstigen, ist bei der Kannenpflanzen aber gut geeignet, da sie besonders resistent ist gegen Schädlinge.

Alternativ kannst du deine Kannenpflanze auch in einem Terrarium oder kleinen Gewächshaus kultivieren. Dabei kommt es aber stark auf die Wuchsart (Boden- oder Hochkannen) der Nepenthes an. Wenn sie gerne in die Höhe klettert, wird ein Terrarium unter Umständen schnell mal zu klein bzw. niedrig sein.

Kannen einer Kannenpflanze mit rotem Rand und einer grünlich-roten Färbung

(C: David Clode)

Kannenpflanze giessen

Wie allen fleischfressenden Pflanzen ist es den Kannenpflanzen äusserst wichtig, mit welchem Wasser sie gegossen werden. Da sie durch ihre Herkunft keine Mineralien und vor allem kein Kalk unseres Leitungswassers ertragen können, solltest du am besten Regenwasser zum Giessen deiner Nepenthes verwenden. Wie du abgesehen von Regenwasser an kalkarmes Wasser kommst, kannst du in unserem Blogbeitrag zum richtigen Wasser für deine Pflanze nachlesen.

Die Kannenpflanze mag gerne feuchtes Substrat. Entweder giesst du deine Nepenthes von oben und lässt das Wasser in einen Untersetzer durchlaufen. Darin kann das Wasser 1-2cm hoch stehen. Sobald dieses Wasser komplett aufgesogen wurde oder verdunstet ist, kannst du wieder frisches (Regen-)Wasser nachgiessen. Oder du kannst Kannenpflanzen gleich von unten wässern, also sogenanntes Bottom Watering🍑 anwenden – am einfachsten gleich in ihrem Untersetzer.

Die Nepenthes sollte aber auf keinen Fall dauerhaft nass sein (zum Beispiel in einem Topf ohne Abflusslöcher), denn so kann es zu Staunässe und zu Wurzelfäule kommen. Deshalb musst du darauf achten, dass du nicht zu viel Wasser in den Untersetzer giesst. Wenn das Wasser nach ein paar Tagen immer noch steht, weisst du, dass es mehr Wasser war, als deine Pflanze aufnehmen kann, und du künftig weniger hineingiessen solltest.

Im Winter kannst du die Nepenthes weniger häufig giessen, dennoch sollte sie nie ganz austrocknen. Am besten behältst du deine normale Giessroutine bei, verlängerst den Abstand aber um ein paar Tage.

💡 Dass die Nepenthes Wasser braucht, erkennst du daran, dass ihre Blätter sich leicht einrollen, schlapp nach unten hängen oder die Kannen welk werden. Du wirst sehen, dass die Pflanze kraftlos wirkt.

Kannenpflanze düngen

Deine Kannenpflanze solltest du auf keinen Fall düngen. Die Nährstoffe, die du deiner fleischfressenden mit dem Dünger Pflanze zugibst, würden sie nur unnötig überfordern. Ursprünglich kommt die Nepenthes aus Sumpf- oder Moorgebieten und lebt dort auf nährstoffarmem Boden. Die Nährstoffe nimmt sich deine Pflanze lieber selbst durch ihren Beutefang 🪰 – und wenn dieser einmal ein wenig mau ausfällt, kann sie sich auch noch an den Restnährstoffen aus dem Substrat oder aus den Blättern bedienen.

Ideale Pflege der Kannenpflanze: viel Licht, direkte Sonne, hohe Luftfeuchtigkeit, konstant feucht halten, nicht düngen

Kannenpflanze füttern

Spinne in der gelben Kanne einer Nepenthes

(C: Katja Rembold)

Die Kannenpflanze gehört zu den fleischhungrigen Pflanzen. Im Gegensatz zur wohl bekanntesten fleischfressenden Pflanze, der Venusfliegenfalle, fangen Kannenpflanzen ihre Beute nicht aktiv.

Sie nutzen ihre Kannen als Fallen, um die Beute zu sich kommen zu lassen. Das heisst, dass sie mithilfe von lecker riechendem Nektar Insekten und (je nach der Grösse der Kannen) Kleintiere an ihren Kannenrand locken. Dieser Rand ist glatt und sehr rutschig, weswegen die Beutetiere in die Kannen fallen. 🌀 Sie haben keine Chance, die spiegelglatte Wand wieder hinaufzuklettern.

Im Boden der Kannen sorgt eine saure (pH-Wert von 3) Verdauungsflüssigkeit mit einer Reihe von Enzymen dafür, dass sich kleinere Beutetiere bereits innerhalb von zwei Tagen vollständig zersetzen.

Ganz grosse Nepenthes können sogar Ratten fangen und verdauen. 🤭

Kannenpflanze mit Deckel über einer Kanne

(C: Iman Taufik)

Der Deckel an den Kannen mancher Nepenthes-Arten dient übrigens lediglich als eine Art Regenschutz, damit sich die Verdauungsflüssigkeit nicht zu sehr verdünnt oder potentielle Beute bei starkem Regenfall wieder aus der Falle herausgeschwemmt wird.

Kannen der Kannenpflanze mit Wasser füllen – ja oder nein?

Beim Kauf kommt es nicht selten vor, dass die Kannen der Nepenthes durch den Transport ihre Flüssigkeit verlieren bzw. sie verschüttet wird. Auch beispielsweise nach dem Umtopfen oder etwa nach dem Umzug kann es vorkommen, dass die Verdauungsflüssigkeit teilweise oder ganz ausläuft. Du kannst die Kannen dann zu ca. einem Drittel bis halb voll mit Regenwasser(!) füllen, damit sie nicht absterben.

Je nach Verkaufsstelle werden Kund:innen vor dem Kauf auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Nepenthes ohne Flüssigkeit versandt wird und dass die Kannen nach dem Kauf mit Regenwasser gefüllt werden sollen.

⚠️ Achtung! Leere Kannen ohne offensichtlichen Grund (Transport o. Ä.) sind ein 🆘-Zeichen deiner Pflanze an dich, dass du sie nicht richtig pflegst. Am besten schaust du hier im Pflanzenlexikon nach, was du dann tun kannst.

Ob du die Kannen deiner Nepenthes aber zusätzlich zum regulären Giessen mit Wasser füllen sollst oder nicht, wird in der Karnivoren-Community fleissig diskutiert. 🗣️

Die einen sagen, es helfe der Pflanze, wenn man regelmässig ihre Kannen mit Regenwasser füllt – in der Natur geschieht dies durch Regenfall ja auch. Andere hingegen meinen, zusätzliches Wasser verdünne nur die Verdauungsflüssigkeit in den Kannen und erschwere so das Verdauen gefangener Beute.

Karo, die du bestimmt schon auf unserem TikTok-Kanal gesehen hast, hat ihrer Kannenpflanze jeweils ein wenig nachgeholfen und die Kannen mit wenig Wasser aufgefüllt. Ihrer Pflanze hat das auf alle Fälle gefallen.

Ob das jedoch auch bei dir der Fall sein wird, können wir nicht garantieren. Dabei kommt es (wie so häufig) auch auf die Art der Nepenthes an. Frag doch am besten mal bei dem:der Verkäufer:in nach. Er oder sie kennt die Pflanzen am besten. Oder du probierst einfach mal aus, was deiner Kannenpflanze am besten gefällt?

Hast du eine klare Meinung zur Kannen-füll-Debatte und/oder kannst uns von deiner Kannenpflanze berichten? Dann schreib uns doch an hallo@feey.ch, wir würden uns sehr freuen, von deinen Erfahrungen zu lesen. 📥

Passt die Kannenpflanze zu mir?

Die Pflege der Kannenpflanze ist (wie bei vielen fleischfressenden Pflanzen) tricky und für Anfänger:innen nicht wirklich geeignet. ☹️ Die Nepenthes stellt viele Anforderungen an den Standort (hell und feucht), an kalk- und nährstoffarmes Substrat und Giesswasser.

Wenn du schon erfahrenere:r Pflanzenmama oder -papa bist und weisst, wie du deine Nepenthes glücklich machen kannst, wird sie dir das mit vielen wunderschönen Kannen und Blättern danken. Auch als Einstieg in die Welt der fleischfressenden Pflanzen ist die Nepenthes keine schlechte Wahl, da sie unter den fleischfressenden Pflanzen eine der pflegeleichteren Varianten ist. Übrigens genauso wie auch der Sonnentau. 🤩

🗣️ Laut unserer hauseigenen Nepenthes-Mama Karo kann jeder:jede, der:die erfolgreich Orchideen pflegt, auch Kannenpflanzen glücklich machen.

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Ist die Kannenpflanze giftig?

Keine Sorge, auch wenn «fleischfressende Pflanze» einschüchternd klingen mag, deine Kannenpflanze ist nicht giftig. Ganz im Gegenteil sogar.

In Malaysia, Borneo und Indonesien (wo auch viele Nepenthes-Arten herkommen) isst man Kannenpflanzen. Man macht aus den Arten Nepenthes ampullaria und Nepenthes mirabilis ein Gericht, in Malaiisch «Lemang periuk kera» genannt. Dazu werden die Kannen gewaschen und mit für Südostasien typischem Sticky Coconut Reis und teilweise auch Gemüse und/oder Fleisch gefüllt. Der Verdauungssaft der Nepenthes wird als Erfrischungsgetränk verwertet.

Ausserdem werden Nepenthes in der traditionellen südostasiatischen Medizin als Heilmittel gegen Blasenleiden, Husten oder Augenerkrankungen und Hautentzündungen genutzt.

Damit gehört deine Kannenpflanze mit Sicherheit in unsere Kategorie der tierfreundlichen Pflanzen.

Kannenpflanzen-Arten

Die ungefähr 120 Kannenpflanzen-Arten werden unterschieden zwischen Tieflandarten und Hochlandarten. Für dich zu Hause wichtig: Tieflandarten wollen eine konstante Temperatur zwischen 25 und 35 Grad, wobei Hochlandarten tagsüber Temperaturen um die 30 Grad mögen, aber nachts eine Abkühlung bis auf ca. 15 Grad brauchen. Gerade dieser Temperaturunterschied der Hochlandarten macht sie in einer Zimmerkultur schwierig zu pflegen.

Nepenthes, die es für die Kultivierung zu Hause gibt, sind daher oftmals Hybride bzw. Kreuzungen, die robuster und leichter in der Pflege sind als Wildformen. Verbreitete Hybride sind beispielsweise «Ventrata», «Mixta» und «Coccinea».

Nepenthes x ventrata mit einem Dutzend gelb-roter Kannen und buschigen Blättern aus einem Hängetopf

(C: Mokkie)

Diese Nepenthes x ventrata (Nepenthes alata x ventricosa) findet sich relativ häufig als Zimmerpflanze. Sie ist nicht nur beliebt, sondern auch einer der pflegeleichteren Arten. So ist es nicht erstaunlich, dass es sie in vielen Gärtnereien und Fachgeschäften zu kaufen gibt.

Nepenthes veitchii ‘Pink’ mit dunkelpinkem, gefaltetem bzw. nach aussen gestülptem Kannenrand

(C: Geoff McKay)

Hier kannst du eine Nepenthes veitchii ‘Pink’ sehen. Die Veitchii-Arten sind als Hybride ebenfalls für die Zimmerkultur verbreitet, beispielsweise die Nepenthes veitchii x mira. Für sie ist typisch, dass ihr Peristom (der Kannenrand) übermässig breit und nach aussen gestülpt ist.

Nepenthes glandulifera mit grünen, spitz zulaufenden Blättern, die mit feinen Härchen besetzt sind

(C: Jeremiah)

Auch die Nepenthes glandulifera findest du regelmässig in Kannenpflanzenshops. Diese Art ist bekannt dafür, dass ihre Blätter und Stängel mit vielen feinen Härchen besetzt sind.

Nepenthes erucoides in stiefen, dunkelgrünen Blättern mit einer roten, bauchigen und grossen Kanne mit Deckel

(C: Alastair Robinson)

Diese Nepenthes erucoides ist in den Bergen der Philippinen endemisch, wächst also nur da und eher selten in Töpfen einer Zimmerkultur.

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Wachstum, Grösse & Blüten der Kannenpflanze

In der freien Wildbahn können Kannenpflanzen durchaus sehr gross werden. Je nach Art der Nepenthes klettern sie nämlich gerne an Bäumen entlang in die Höhe. In dieser Höhe bilden die Pflanzen dann sogenannte Hochkannen, die sich von den Bodenkannen (wie der Name schon sagt am Boden zu finden) unterscheiden.

Bodenkanne mit purpurfarbenem, dickem Kannenrand und einer gelb-rot gemusterten Färbung sowie einer haarigen Flügelleiste

Nepenthes macfarlanei (C: Alexey Yakovlev)

Die Bodenkannen zeichnen sich einmal dadurch aus, dass sie meist eine ausgeprägte Flügelleiste haben (sozusagen der Mittelsteg hin zur Öffnung der Kanne mit Härchen links und rechts), wodurch Krabbeltiere vom Boden besser in die Kannen krabbeln können. Zudem sind sie häufig in Braun- oder Rot-Tönen gefärbt, da diese Farben mehr Tiere anlocken und die Pflanze besser tarnen. Häufig tragen diese Kannen mehr Verdauungsflüssigkeit in sich, weshalb sie kurz und bauchig wachsen.

Schlanke, gelbgrüne Hochkanne, die sich um einen Ast gerankt hat und daran festhält

Nepenthes viridis (C: Marius Micheler)

Die Hochkannen charakterisieren sich durch ihre meist hellen, schreienden Farben, die Fluginsekten anlocken sollen. Wie im Bild schön zu erkennen, ranken sie sich häufig auch um umliegende Äste, um zusätzliche Stabilität zu erhalten. Sie sind eher dünn und lang gewachsen und brauchen dank abweichender Beuteart auch keine Flügelleiste.

Kannenpflanze schneiden

Grundsätzlich musst du deine Kannenpflanze nicht schneiden.

Wenn dir die Pflanze zu gross oder buschig wächst und du sie gern zurückschneiden willst, kannst du das aber gut machen. Nepenthes sind sehr schnittverträglich und treiben danach schnell wieder aus. Bei einem kräftigen Rückschnitt wachsen sie danach häufig sehr viel kompakter. Dazu kannst du einfach zwischen zwei Blattknoten durchschneiden und den abgeschnittenen Teil super als Steckling zur Vermehrung verwenden.

Wenn du an deiner Kannenpflanze alte, vertrocknete Kannen entdeckst, kannst du diese getrost abschneiden. Warte am besten mit dem Schneiden, bis die Kanne komplett eingetrocknet ist (bei Restflüssigkeit kann die Kanne noch von dem Saft in der Kanne profitieren), und schneide sie dann an der Blattspitze ab. Das Blatt selber kannst du dran lassen, dieses kann ja noch Photosynthese betreiben. Vertrocknete Kannen sind komplett normal und gehen altersbedingt ein, das Äquivalent sozusagen zu alten, gelben Blättern bei nicht-karnivoren Pflanzen.

Blüte der Kannenpflanze

Die Blütezeit der Nepenthes ist grundsätzlich von März bis September. Die Kannenpflanze, die du zu Hause kultivierst, ist dabei sehr schwierig zum Blühen zu bringen. Die Frage ist aber auch eher, ob du das wirklich willst…

Die männlichen Blüten geben nämlich einen unangenehmen, nach 💩 riechenden Geruch ab, um in der Natur Insekten anzulocken. Dann hat sich das mit dem Zum-Blühen-Bringen wohl erledigt, oder? 😵‍💫

Krankheiten & Schädlinge der Kannenpflanze

Die Kannenpflanze ist eine sehr robuste Pflanze. Sie ist nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Pflegefehler hingegen entstehen relativ einfach (fast immer, wenn die Pflanze zu wenig Licht oder Luftfeuchtigkeit bekommt), was dir deine Nepenthes aber auch an den Blättern und meistens an den Kannen zeigen wird.

Gewöhn dir am besten an, die Kannen jeweils beim Giessen genau anzuschauen und das Flüssigkeits-Level der Kannen zu überprüfen. So erkennst du Pflegefehler relativ schnell und kannst entsprechend reagieren.

Kannenpflanze hat braune, vertrocknete Kannen oder Blätter

Vereinzelt sind vertrocknete und braue Kannen normal. Diese sterben im Alter ab und können von dir ganz einfach abgeschnitten werden.

Vertrocknete Nepenthes-Kanne in der Hand von Karo

(C: Karo)

Wenn nun aber viele der Kannen braun und welk werden, ist das ein Zeichen für zu wenig Wasser oder eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Passe deinen Giessrhythmus an und/oder treffe entsprechende Massnahmen zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit.

Braune, zu trocken scheinende Kannen können leider aber auch ein Zeichen für zu viel Wasser sein. Ja es ist wirklich gemein! 😩 Wenn die Wurzeln deiner Nepenthes dauerhaft in Wasser stehen, können diese faulen (Stichwort: Staunässe und Wurzelfäule). Wenn die Blätter oder Kannen braun und trocken aussehen, die Erde jedoch feucht ist, hast du wohl zu viel oder zu häufig gegossen.

💡 Wurzelfäule (also faule Wurzeln) entsteht dadurch, dass den Wurzeln Sauerstoff fehlt. Erste Hilfe naht! 🚑 Nimm deine Nepenthes komplett aus dem Topf und befreie sie vom alten, nassen Substrat. Topf sie in frische Erde ein. Im Anschluss musst du ganz genau darauf achten, dass deine Kannenpflanze nicht zu lange in Wasser steht.

Kannenpflanze hat welke Kannen und Blätter rollen sich ein

Braune, trockene, welke Kannen an einer grossen Nepenthes

Deine Kannenpflanze wirkt allgemein sehr schwach, ihre Blätter rollen sich ein und hängen nach unten und die Kannen werden welk? Das ist ein definitives Zeichen deiner Nepenthes an dich, dass sie zu wenig Wasser bekommen hat. 😢 Giesse deine Pflanze umgehend, achte dabei aber immer darauf, dass du wegen deinem schlechtem Gewissen nicht zu viel Wasser gibst.

Kannenpflanze produziert keine neuen Kannen

Eine Kannenpflanze ohne Kannen ist ja keine Kannenpflanze! 😖 Wenn du bei deiner Nepenthes beobachtest, dass sie keine neuen Kannen mehr bildet, ist es ihr entweder zu dunkel oder die Luft ist zu trocken.

Stelle deine Pflanze vor ein sonniges Fenster und besprühe sie dort regelmässig mit kalkfreiem Wasser. Zusätzlich kannst du die Kannenpflanze beispielsweise auch in einem Terrarium halten, das hilft bei der Luftfeuchtigkeit ebenfalls.

Die Kannen der Kannenpflanze haben kein Wasser mehr

Wenn die bemerkst, dass die Kannen deiner Nepenthes kaum mehr Flüssigkeit haben oder gar ganz ausgetrocknet sind, ist das ein Zeichen, dass du sie zu wenig giesst oder die Luftfeuchtigkeit zu tief ist. Du kannst die betroffenen Kannen ca. einen Drittel bis halb hoch mit Regenwasser füllen, um sie vor dem Absterben zu schützen.

Schädlinge der Kannenpflanze

Schwarze Blattläuse auf einer Strelitzie

Hier siehst du einen Befall von Blattläusen auf einer Strelitzie! 😵‍💫

Auch von Schädlingen bleiben Kannenpflanzen bei der richtigen Pflege fast immer verschont. Nur selten können Blattläuse die Nepenthes befallen.

Wenn du Blattläuse auf deiner Pflanze entdeckt hast, isoliere sie am besten so schnell wie möglich von umliegenden Pflanzen. Ansonsten könnten sich die Parasiten auf andere grüne Freunde ausbreiten.

Anschliessend kannst du deine Kannepflanze entweder mit speziellen Mitteln gegen den Schädling behandeln oder die natürlichen Fressfeinde der Schädlinge (Nützlinge) einsetzen.

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Kannenpflanze überwintern

Die korrekte Winterpflege hängt bei den Kannenpflanze stark von der Art ab.

Tieflandarten wollen das ganze Jahr konstant 20-30 Grad Celsius haben, wobei Hochlandarten gerne bei 10-16 Grad überwintern. Vor allem in der Nacht musst du bei ihnen eine tiefe Temperatur sicherstellen.

Hybride (was die meisten Kannenpflanzen aus Zimmerkulturen sind) brauchen keine spezielle Form der Überwinterung. Die Schwierigkeit liegt da oftmals beim fehlenden Licht, was du mit einer Pflanzenlampe einfach umgehen kannst. Zusätzlich solltest du deine Nepenthes nicht ganz so feucht halten wie den Rest des Jahres.

Wenn doch mal einige Blätter und/oder Kannen braun werden und vertrocknen, ist das meist normal und nicht wirklich zu vermeiden.

Kannenpflanze umtopfen

Die Kannenpflanze besitzt – wie viele ihrer fleischfressenden Verwandten – ein sehr empfindliches Wurzelwerk. Daher musst du vorsichtig sein, wenn du sie umtopfst. Auch auf die Kannen musst du natürlich besonders achtgeben, damit du den Verdauungssaft nicht ausschüttest. Ausserdem bereitet das Umtopfen der Pflanze eine Menge Stress. Am besten topfst du deine Pflanze also im Sommer (in ihrer Wachstumsphase) um, dann ist die Pflanze am kräftigsten und kann sich schnell an das neue Substrat gewöhnen.

Das richtige Substrat ist bei den fleischfressenden Pflanzen besonders wichtig. Dieses sollte sauer und nährstoffarm sein. Ausserdem muss es Wasser gut speichern können. Dafür eignet sich spezielle Karnivoren-Erde am besten, diese erhältst du im Fachgeschäft. Achte beim Kauf aber gerne darauf, dass die Erde torffrei ist. Mutter Erde dankt! 🌎

Schaue bei der Wahl des Topfes darauf, dass er Löcher hat, die es dem Wasser ermöglichen, abzulaufen. Kannenpflanzen mögen nämlich keine Staunässe.

Karo zeigt dir auf dem feey-TikTok, wie das Umtopfen der Kannenpflanze geht! 📲

Kannenpflanze vermehren

Kannenpflanzen sind faszinierende Pflanzen und wunderschön anzuschauen – wir verstehen es sehr gut, wenn du mehr der fleischfressenden Pflanzen haben willst! 🤩

Um so viele Nepenthes-Babys wie möglich zu haben, vermehrst du deine Pflanze idealerweise im Sommer, wenn sie durch die Wachstumsphase gestärkt ist. Dazu gibt es vor allem zwei Möglichkeiten, die wir dir empfehlen können: ⬇️

Kannenpflanze vermehren durch Trennung des Wurzelballens

Mit am einfachsten vermehrst du deine Kannenpflanze, indem du viele kleine Teile der Pflanze am Wurzelballen abtrennst und in separate Töpfe topfst. Das kannst du auch gleich mit dem Umtopfen der Nepenthes kombinieren. So kreierst du deine eigenen supersüssen Baby(kannen)pflänzchen.

Kannenpflanze vermehren über Stecklinge

Auch das Vermehren über Stecklinge geht bei der Kannenpflanze sehr gut. Dazu kannst du einen 10-15cm grossen Steckling vom Stamm deiner Hauptpflanze abschneiden. Schau darauf, dass du einen sauberen Schnitt zwischen zwei Blattachseln machst. Verwenden solltest du ein sauberes, desinfiziertes Messer oder eine Schere.

Den Steckling kannst du anschliessend wenige Stunden antrocknen lassen und danach in nährstoffarme Karnivoren-Erde topfen und leicht angiessen, damit diese schön feucht wird. Um nun auch noch sicherzustellen, dass es dem Steckling wirklich feucht genug ist, kannst du ihm einen Plastiksack überstülpen. Lüfte aber regelmässig (ca. einmal am Tag), damit frische Luft an den Steckling kommt und sich kein Schimmel bildet.