Monstera-Stecklinge in Wassergläsern

Pflanzen vermehren: Das kleine 1x1

Monstera-Stecklinge in Wassergläsern

Das Schöne an deinen grünen Freunden zuhause ist ja, dass sie lebendig sind. Sie wachsen, gedeihen, und manchmal machen sie Babys.

Und wenn nicht, dann kannst du etwas nachhelfen und deine Pflanzen vermehren, um sie an Freunde und Bekannte zu verschenken – oder deinen ganz persönlichen Dschungel zu vergrössern.

Also spitz die Ohren, hier kommen die besten Tipps von feey, wie du Zimmerpflanzen ganz einfach vermehren kannst, und bei welchen Pflanzen das am einfachsten geht.

 

Methode 1: Pflanzen vermehren mit Stecklingen

«Steckling» bedeutet nichts anderes als: Du nimmst einen Pflanzenteil und steckst ihn wieder in die Erde. Ta-da, da ist deine neue Pflanze.

Nicht so schnell! Steck die Schere wieder ein. Ein bisschen mehr musst du dann doch noch wissen.

Damit dein Steckling wächst, sind ein paar Schritte nötig.

 

Diese Pflanzen kannst du mit Stecklingen vermehren

Für viele, viele deiner grünen Mitbewohner ist es die beste Methode, deinen Dschungel zu erweitern. Die Efeutute, Ufopflanze, Ficus-Arten wie die Geigenfeige und die Birkenfeige, die Monstera, den Gummibaum, den Weihnachtsstern oder den Drachenbaum zum Beispiel kannst du mit einem Steckling vermehren.

Nicht geeignet ist deine Pflanze, wenn sie Samen bildet. Dann ist das ihre natürliche Fortpflanzungsmethode. Auch Bäume (Laub- und Nadelhölzer) werden schwierig. Du bräuchtest einen sehr langen Atem: Sie bilden erst etwa nach einem Jahr neue Wurzeln.

 

Der richtige Zeitpunkt, um Stecklinge zu schneiden und einzupflanzen

Im Frühjahr sind die meisten Pflanzen mitten in der Wachstumsphase und machen munter neue Triebe. Sie erholen sich dann gut von einem Schnitt. Auch der Steckling hat dann genug Power, schön anzuwachsen.

Deine Mutterpflanze sollte gross, stark und gesund sein. Vielleicht hast du sie im Vorjahr sogar schon mal zurückgeschnitten.

 

Das braucht du für die Operation Steckling:

  • ein sauberes und scharfes Messer oder eine Gartenschere
  • einen kleinen Pflanzentopf oder eine Vase
  • Anzuchterde (kriegst du im Fachhandel)
  • eine Abdeckung aus Plastik, z. B. Küchenfolie oder ein Säckchen

 

Schritt 1: Wähle deinen Steckling weise

Bei den meisten Pflanzen ist dein idealer Steckling das letzte Stück eines Triebs: ein längerer Stängel mit Blättern. Schau, dass du einen «Knotenpunkt» erwischst, also einen Trieb, an dem ein neues Blatt entstehen kann: Hat deine Pflanze Knospen und Luftwurzeln, sollte dein Steckling auch je mindestens eine haben.

Bei anderen Pflanzen reicht es, ein Blatt ganz nah am Austrieb abzuschneiden (das ist dann dein Blattsteckling), und schon hast du die Basis für deine neue Pflanze. Die Sansevieria macht das zum Beispiel super mit.

Jetzt entscheide dich für deine zukünftige Pflanze. Der Trieb sollte gesund aussehen, nicht zu alt und nicht zu jung, und maximal 20cm lang sein.

 

Schritt 2: Doktor, jetzt wird geschnitten

Die Blätter nimmst du erstmal grösstenteils ab, damit sich dein neues Pflänzchen aufs Anwurzeln konzentrieren kann. Blätter haben ausserdem unter der Erde nichts zu suchen. Dort verrotten sie und ziehen vielleicht Schädlinge an. Nur ein, zwei Blätter ganz an der Spitze lässt du dran, damit dein neues Baby aus der Photosynthese Energie für die Wurzeln ziehen kann.

 

Schritt 3: Würzelchen züchten

Damit dein Steckling sich dann in der Erde festklammern kann, kannst du ihn erstmal in ein Wasserglas und an einen hellen Ort stellen, bis er Würzelchen bildet. Das dauert etwa zwei, drei Wochen. Das Wasser solltest du regelmässig wechseln, damit nichts fault.

Du kannst den Steckling aber auch direkt in die feuchte Erde tun, solange der obere Teil nicht zu schwer ist und den Steckling zu Fall bringt. Bei manchen Pflanzen funktioniert das auch mit Blattstecklingen, z. B. bei Sukkulenten. Dort lässt du die Schnittstelle zwei, drei Tage trocknen, und dann ab in die Erde mit dem Sukku-Steckling.

 

Schritt 4: die richtige Babywiege

Das erste Zuhause deines Stecklings sollte ein kleines Anzuchttöpfchen oder eine Schale mit nährstoffarmer Erde (Anzuchterde) sein. Mit zu vielen Nährstoffen kannst du deinem Baby-Pflänzchen zu diesem Zeitpunkt den Garaus machen. Bei Sukkulenten ist Kakteenerde die beste Wahl.

Zu dem Baby musst du jetzt besonders Sorge tragen. Es braucht Feuchtigkeit, Wärme und Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung und keinen See im Topf. Wiederholen wir zusammen: «Staunässe ist unser grösster Feind!» Du kannst dem Pflänzchen nach dem Giessen Folie oder eine abgeschnittene PET-Flasche über den Kopf (sprich: die grünen Teile) stülpen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. So machst du ein Mini-Gewächshaus. Das lüftest du jeden Tag, damit sich keine Feuchtigkeit staut. Wenn neue, grüne Triebe gewachsen sind, nimmst du den Plastik weg.

Jetzt beginnt das Geduldsspiel. Wurzeln ausbilden ist echt anstrengend und es dauert eine ganze Weile, bis sie stark genug sind, um so einen Pflanzenkopf sicher zu halten. No rush in the crib. Wenn du ungeduldig wirst, prüf zum Beispiel in unserem Pflanzenlexikon, wie lange deine Art dafür braucht. Manche Pflänzchen wurzeln nach ein paar Wochen, andere nehmen es gemütlich und brauchen ein paar Monate.

Sobald du das Gefühl hast, dein neuer grüner Mitbewohner ist gut angewurzelt und kräftig, kannst du ihn umtopfen. Wie das mit dem Umtopfen geht, zeigen wir hier in einem Video. Für den ersten Wachstumsschub kannst du ihm Dünger mitgeben.

 

Methode 2: Pflanzen vermehren mit Ablegern

Manchmal nimmt dir deine Zimmerpflanze die Arbeit ab. Wenn sie genug hat vom Alleinsein, züchtet sie sich einfach selbst ein Mini-Me. Mini-Me wächst dann irgendwo neben ihr im Topf, und wenn es grösser wird, sieht es aus wie eine exakte Kopie der Mami-Pflanze. Nicht umsonst nennen Fachleute den Ableger auch «Kindel».

Der Ableger kommt zwar aus dem Haupttrieb der Mutter, hat aber oft eigene Wurzeln. Das kannst du dir zunutze machen. Wenn der Jungspund kräftig genug aussieht, topfst du ihn einfach aus und in sein eigenes Zuhause um.

 

Wie machst du jetzt einen Ableger?

Willentlich kannst du das nicht herbeiführen – ausser, die Macht ist mit dir. Aber Bromelien, Ufopflanzen, Sukkulenten oder auch die Grünlilie machen ab und zu Ableger, wenn sie glücklich und zufrieden sind.

 

Und wie pflegst du deinen Kindel?

Das funktioniert ganz ähnlich wie mit Stecklingen. Je nach Pflanzenart ist dein Ableger noch mit der Mami-Pflanze verbunden, hat aber schon eigene Wurzeln. In diesem Fall schneidest du ihn wieder nah am Ursprung ab, sodass du ihn ganz erwischst, pflanzt ihn in Anzuchterde und hältst ihn dann feucht, ohne ihn grad in Liebe (und Wasser) zu ertränken. Warm sollte er haben (nicht unter 19 Grad) und kein direktes Sonnenlicht abkriegen.

Viel Glück, du Pflanzenmama / Pflanzenpapa!

 

Wenn dich im Detail interessiert, wie das Baby-Machen bei deiner Pflanze geht, such mal nach ihr in unserem Pflanzenlexikon.

 

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